Viele junge Menschen werden an der Universität zum ersten Mal mit umfangreichen Präsentationen konfrontiert. Professorinnen und Professoren stützen sich in ihren Vorträgen primär auf PowerPoint, um ihre Inhalte anschaulich zu vermitteln.

Auch Referate und Gruppenarbeiten gewinnen an Bedeutung, wodurch Studierende immer öfter Präsentationen gestalten und vortragen müssen. Viele Erstsemester wissen nicht, wie sie eine ansprechende Präsentation erstellen können und kämpfen zudem mit Lampenfieber, wenn sie vor ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen sprechen müssen.

Da nicht selten ein Großteil der Note von einer einzigen Präsentation abhängt, möchten wir in diesem Artikel auf die typischen Fehler hinweisen, die gerade Anfängern gerne passieren und wie man diese vermeiden kann. Auch Sie können ansprechende und interessante Präsentationen erstellen und sich von Ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen abheben. Ihre Professorinnen und Professoren und Mitstudierende werden es Ihnen danken!

 


Häufige Fehler beim Vortragen

Grundsätzlich ist zu beachten: Eine Präsentation ist mehr als ein Foliensatz! Es kommt auch auf den gesprochenen Vortrag und die Fähigkeiten der beteiligten Vortragenden an. Alle drei Aspekte müssen beachtet werden, um eine gute Präsentation zu erstellen. Zu viele Studierende am Anfang ihrer akademischen Karriere konzentrieren sich ausschließlich auf die Folien und vernachlässigen den Rest.

Um einen guten Vortrag halten zu können, braucht es viel Übung. Alle Sprecher sollten in der Lage sein frei vorzutragen und der Ablauf muss entsprechend vorbereitet und trainiert werden.


Fehler #1: Zu wenig Vorbereitung

Richtiges Präsentieren muss geübt werden! Viele Studierende verbringen Stunden damit, ihren Vortrag inhaltlich zu perfektionieren, sprechen den Vortrag aber nie gemeinsam durch. Probedurchläufe sind wichtig, um Hänger und Versprecher während der Präsentation zu vermeiden. Oftmals wissen Vortragende auch nicht, wann es Zeit ist, zum nächsten Punkt oder zur nächsten Folie weiterzuschalten. Wie so oft im Leben geht es nicht nur darum, ein gutes Produkt zu erstellen, es muss auch gut verkauft werden!

Zwei, drei Probedurchläufe reduzieren die Fehleranfälligkeit enorm. Der Ablauf kann gegebenenfalls angepasst werden und jeder weiß, was er oder sie zu tun hat. Solche Proben zeigen auch, ob die Präsentation zu lange oder zu kurz ist und entsprechend angepasst werden muss. PowerPoint bietet Unterstützung über den Presenter Coach, der entwickelt wurde, um Vortragende zu schulen. Hier  haben wir das neue Feature genauer unter die Lupe genommen.

Auch die von PowerPoint angebotene Referentenansicht kann helfen, den Ablauf flüssig zu gestalten. Aber Achtung: Je nach baulichen Gegebenheiten vor Ort hat man nicht immer freie Sicht auf den Laptop. Die wenigsten Seminarräume haben ein Vortragspodium, was den Referentenmodus beinahe unbrauchbar macht. Mehr zur Referentenansicht und ihren Funktionen finden Sie in unserem Beitrag Besser präsentieren mit der Referentenansicht in PowerPoint.


Studentin beim Vortrag, präsentieren an der Universität

Präsentation an der Universität

Fehler #2: Präsentation und Vortrag sind deckungsgleich

Wenn alle relevanten und interessanten Informationen auf den Folien stehen, bietet der Vortrag an sich keinen Mehrwert mehr. Im schlimmsten Fall lesen die Vortragenden auch noch von den Folien ab, anstatt frei zu sprechen! Damit geht die Spannung verloren, da das Publikum vorauslesen und sich dann geistig ausklinken kann.

Um das zu vermeiden, sollte man während der Planung der Präsentation entscheiden, welche Informationen Teil des Foliensatzes und welche Teil des Vortrags sein sollen. Kerninformationen und Kennzahlen sollten in beiden vorkommen, ansonsten sollten die Folien das Gesprochene unterstreichen, nicht ersetzen. Hierfür eignen sich besonders Bilderfolien mit gar keinem oder nur wenig Text. Prinzipiell sollten so gut wie nie ganze Sätze auf den Folien stehen, höchstens Schlagworte.


Fehler #3: Keine oder wenige interaktive Elemente

Viele Studierende konzentrieren sich nur auf ihren Vortrag und vergessen, wie wichtig die Interaktion mit ihrem Publikum ist. Das Resultat sind nicht enden wollende Monologe, die jeden Funken Interesse im Keim ersticken.

Interaktive Elemente erhöhen nicht nur die Aufmerksamkeit des Publikums, sondern kommen auch bei Professorinnen und Professoren sehr gut an. Videos zum Beispiel helfen dabei, den Vortrag aufzulockern, Zwischenfragen und Quizfragen regen Ihre Mitstudierenden zur aktiven Teilnahme an. Eine Diskussionsrunde am Ende des Vortrags ist gut geeignet, um alle einzubinden und etwaige Fragen zu beantworten. Wir empfehlen allerdings, eine gewisse Struktur für die Diskussionsrunde vorzugeben. Stellen Sie Fragen zu persönlichen Erfahrungen mit dem Thema, da es sonst passieren kann, dass sich niemand zu Wort meldet.

Weitere Anregungen und Ideen zum Thema interaktive Präsentationen finden Sie in unseren Artikeln 7 Tipps für die Gestaltung interaktiver Präsentationen  und Mehr Aufmerksamkeit: 3 Tipps, um das Publikum zu aktivieren.


Fehler #4: Fehlender Blickkontakt

Blickkontakt ist ein zentraler Bestandteil jedes guten Vortrags. Er zeigt, dass man Interesse am Publikum hat und nur so kann man dieses direkt ansprechen und begeistern.

Wie eingangs erwähnt, sind viele Studienanfängerinnen und Studienanfänger aber eher scheu und fühlen sich in der Rolle des Vortragenden unwohl. Aufgrund dieser Nervosität machen sie den Fehler, den Blickkontakt zum Publikum zu meiden und konzentrieren sich auf die Folien oder ihre Stichwortkärtchen. So suggerieren sie nicht nur Unsicherheit, sondern auch einen Mangel an Interesse an ihren Zuhörern.

Um das zu vermeiden, sollten Sie folgende Tricks anwenden: Suchen Sie sich eine Teilnehmerin oder einen Teilnehmer aus, der Ihnen wohlgesinnt und interessiert scheint. Immer, wenn Sie unsicher werden oder Bestärkung brauchen, blicken Sie zu dieser Person. Konzentrieren Sie sich aber nicht zu sehr auf eine Einzelperson, sondern lassen Sie Ihren Blick bewusst über den Raum schweifen. Unterteilen Sie geistig den Raum in vier Abschnitte. Ihr Blick sollte circa 5 Sekunden auf einem Abschnitt ruhen und dann zum nächsten wechseln. So haben die jeweiligen Teile des Publikums das Gefühl, direkt angesprochen und beachtet zu werden.

Die Beiträge Augenkontakt während der Präsentation etablieren und halten und 5 Tipps zur Selbstdarstellung: So treten Sie überzeugend auf bieten fortführende Informationen zum Thema Blickkontakt beim Vortragen.

Vortrage, Präsentation an der Universität

Vortrage, Präsentation an der Universität: Gerade der Blickkontakt spielt bei einer überzeugenden Präsentation eine wichtige Rolle.


Häufige Fehler in Foliensätzen

Auch bei der Erstellung von Foliensätzen werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht, die aber einfach zu vermeiden wären. Wir haben die häufigsten für Sie zusammengefasst und erklären, wie Sie diese beheben können!

 


Fehler #5: Zu viel Inhalt und zu lange Präsentationen

Viele Studierende befürchten, wichtige Inhalte zu übersehen und bauen deshalb zu viele Informationen in Ihre Präsentationen ein. Ihre Vorträge dauern dementsprechend zu lang, überschreiten das Zeitlimit und langweilen das Publikum und die Dozentin oder den Dozenten.

In Präsentationen ist weniger oftmals mehr: Es gilt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Achten Sie darauf, sich nicht in Details zu verlieren! Ein paar Probedurchläufe zeigen schnell, wie lang der Vortrag tatsächlich dauert und überflüssige Inhalte können gegebenenfalls anschließend aussortiert werden. So halten Sie die Zeitbeschränkungen ein und Ihr Publikum bei Laune.

Entsprechende Literaturhinweise am Ende der Präsentation oder im Handout zeigen, dass man das Material ausführlich gesichtet, aber bewusst weggelassen hat.

Weitere Tipps, wie Sie Ihre Präsentation besser fokussieren können, finden Sie in unserem Beitrag Leerräume in Präsentationen – Warum weniger Inhalt oft mehr sein kann.


Fehler #6: Überladene Folien

Gerade Anfänger neigen dazu, ihre Folien mit Text und Effekten zu überladen. Die Folien sind von oben bis unten mit Text befüllt, alles ist bunt und bewegt sich und keiner im Publikum kann mehr folgen. Wie auch beim Inhalt gilt es, zu reduzieren und übersichtlich zu bleiben. Nur essentielle Inhalte sollten auf Ihren Folien Platz finden, alles andere kann man später immer noch im Handout anmerken.

Der Text auf Folien sollte sich immer auf Stichwörter beschränken, Sätze haben nur in Ausnahmefällen eine Berechtigung. Alles andere ist zu viel! Wählen Sie zu Beginn ein einheitliches Farbschema und bleiben Sie dabei. Zu viel Farbe verwirrt das Publikum und lenkt von den wichtigen Inhalten ab. Dasselbe gilt für Schriftarten: Eine Schriftart für Überschriften, eine für den restlichen Text, mehr brauchen Sie nicht.

Wir empfehlen, einen Folienmaster zu gestalten und dann nicht mehr von diesem Layout abzuweichen. So garantieren Sie, dass Ihr Publikum dem Vortrag folgen kann und nicht abgelenkt wird. Grundsätzlich empfiehlt es sich auch, auf aufwendige Effekte zu verzichten und lieber bei einfachen zu bleiben. Auch hier ist weniger mehr!

Wie Sie einen Folienmaster erstellen, erklären wir in den Beiträgen Warum jeder PowerPoint-Nutzer einen Folienmaster haben sollte und Richtiger Umgang mit dem Folienmaster – Umbenennen und Hinzufügen.


Fehler #7: Zu viel Text und zu wenig Bilder

Wie im vorigen Punkt schon angesprochen, sollten Folien visuell ansprechend und keine Leseübung sein. Die Folien sollten nur unbedingt notwendigen Text enthalten, nicht mehr. Im Gegensatz zu Textblöcken sind Bilder für das Publikum interessant und auch deutlich effektiver, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen und Emotionen hervorzurufen. Um professionell zu wirken, müssen die verwendeten Bilder aber von entsprechender Qualität sein. Ihre maximale Wirkung entfalten sie, wenn sie alleine auf einer Folie stehen, denn mehrere Bilder auf derselben Seite konkurrieren untereinander und entwerten sich so gegenseitig.

Versuchen Sie also, Ihre Präsentation mit Grafiken, Schaubildern und multimedialen Beispielen aufzulockern und Ihre Inhalte mit ihnen zu unterstreichen. Bilder sind ein zentrales Element von Präsentationen und dementsprechend viel wird darüber diskutiert. Sie finden weiterführende Artikel unter Richtiger Umgang mit Bildern in Präsentationen, Mit transparenten Bildercollagen Folien visuell aufwerten und Professionelle Layouts mit großen Bildern erstellen.

Universtität Präsentation

Universtität Präsentation


Fehler #8: Mangelnde Vertrautheit mit technischen Gegebenheiten

Um technischen Problemen vorzubeugen, sollte man, falls möglich, einen Probedurchlauf vor Ort durchführen. So kann man sichergehen, dass man wirklich alle Kabel zur Hand hat und weiß, wie die verschiedenen Gerätschaften funktionieren. Zudem sollten Sie einen Plan B haben: Lieber die Präsentation auf dem Notebook und einem extra USB-Stick doppelt speichern oder am besten gleich zwei Notebooks mitnehmen, was bei Gruppenarbeiten kein Problem sein sollte.

Wenn man auf einem Universitätslaptop präsentiert, muss man besonders vorsichtig sein. Es gilt darauf zu achten, welche PowerPoint-Version auf dem Gerät installiert ist. Unterschiedliche Versionen können dazu führen, dass sich Überschriften oder Tabellen verschieben, Schriftarten verändern oder Effekte verschwinden .Schnell ist das mühsam erstellte Layout ruiniert. Dieses Problem können Sie umgehen, indem Sie Ihre Präsentation als PDF speichern. Dieser Dateityp garantiert, dass Ihre Folien immer gleich aussehen, aber leider gehen so die eingesetzten PowerPoint-Effekte verloren.

Es empfiehlt sich, einen Probedurchlauf auf dem Endgerät, das für die Präsentation vorgesehen ist, durchzuführen. So können Sie feststellen, welche Schritte noch notwendig sind.


Fehler #9: Schlecht gestaltete Handouts

Handouts haben viele Vorteile: Sie fassen die wichtigsten Inhalte der Präsentation zusammen, enthalten wissenswerte Zusatzinformationen und bieten Ihrem Publikum einen ausgezeichneten Überblick. Das ermöglicht den Zuhörern, dem Vortrag effektiv zu folgen. All jene Daten, die aussortiert wurden, um die Präsentation kurz und interessant zu halten, finden hier Platz.

Viele Studierende sehen das Handout eher als zusätzliche Belastung an. Dabei ist es eine wunderbare Gelegenheit, um das Publikum besser einzubinden und dessen Aufmerksamkeit zu steigern.

Ein gut gestaltetes Handout bietet nicht nur eine Menge Mehrwert für Ihre Zuhörerinnen und Zuhörer, sondern eröffnet auch Ihnen neue Möglichkeiten! Lesen Sie mehr zum Thema Handouts in Wie Sie mit Handouts Ihre Präsentation optimal unterstützen.


Abschließende Anmerkungen

Viele Universitäten bieten auch Designvorlagen und Styleguides für Präsentationen, die sie Ihnen zur Verfügung stellen. So garantieren Sie, dass Ihre Foliensätze den Vorstellungen des jeweiligen Instituts entsprechen und sparen sich auch noch etwas Arbeit.

Die Anzahl an Präsentationen, mit denen Studierende und Professorinnen und Professoren jedes Jahr konfrontiert werden, ist enorm und leider haben viele Vorträge deutlichen Verbesserungsbedarf. Wenn Sie die Tipps in diesem Artikel beachten und die angeführten Fehler vermeiden, verbessern Sie mit wenig Aufwand nicht nur Ihre Noten, sondern tun auch Ihrem Publikum etwas Gutes. Versuchen Sie Präsentationen zu erstellen, denen Sie selbst gerne zuhören möchten!