Jeder von uns kennt das. Diese Person, die scheinbar für die Bühne geboren ist. Egal, vor wie vielen Menschen er/sie spricht: Die Kunst der Rhetorik wurde wohl bei der Geburt mitgegeben. Und daneben stehen Sie: Sobald mehr als zwei Augenpaare Sie beim Vortrag ansehen, wird es für Sie brenzlig. Für Sie ist das Reden vor Publikum mit Nervosität verbunden, Ihre Stimme wird brüchig und Sie verhaspeln sich.

Es ist kein Geheimnis: Die Stimme hat einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Vortrag ankommt. Sie entscheidet über Sympathie und Antipathie, weckt Emotionen, kann begeistern oder langweilen. Mit der richtigen Sprechtechnik wirken Sie nicht nur kompetent, sondern können die Wirkung Ihres Vortrags gezielt steuern und somit erfolgreich präsentieren. Wir zeigen Ihnen hilfreiche Tipps & Tricks für die richtige Sprechtechnik!


Rhetorik? Sprechtechniken? Was genau ist das und welchen Mehrwert liefert es für Ihre Vorträge? 

Der Begriff Rhetorik leitet sich aus dem altgriechischen „rhētorikḗ“ ab und bedeutet übersetzt so viel wie „Redekunst“. Gemeint ist damit durch Sprechtechniken, wie z.B. Intonation, den Redefluss so ansprechend wie möglich zu gestalten, um die Zuhörer:innen zu begeistern.


Sprechtechniken Rhetorica alt


Wer beruflich viel sprechen muss und regelmäßig z.B. Business-Präsentationen vor größerem Publikum hält, sollte möglichst fit sein in Rhetorik. Die Redekunst genießt seit der Antike einen hohen Stellenwert und hat bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren. Der/die Redner:in trägt schließlich eine hohe Verantwortung: Es gilt, die Zuhörer:innen zu überzeugen und, im besten Fall, (für etwas) zu begeistern. Denn selbst der beste Inhalt kann nicht beim Publikum ankommen, wenn Ihr Auftritt und Ihre Vortragsweise nicht stimmen.

Politiker:innen oder Fachleute aus der Werbebranche sind Meister der RedekunstBevor Sie bei Ihrem Publikum solche positiven Gefühle erzeugen können, müssen Sie zunächst einige Regeln beachten. Denn einfach draufloszureden, wäre ein fataler Fehler, der Ihre gesamte Präsentation zerstören kann.

Und Fehltritte passieren bei Präsentationen fast schon alltäglich. Mal ist die PowerPoint-Präsentation überladen mit Grafiken oder der Vortrag zieht sich wie Kaugummi, weil der/die Redner:in zu monoton spricht. Auch Sie waren sicherlich schon oft an der Schwelle zum Einnicken, weil Sie durch einen Vortrag überhaupt nicht angesprochen wurden – und das, obwohl das Thema eigentlich vielversprechend klang.

Wie schaffen Sie also Abhilfe, um einem monotonen Vortrag zu vermeiden? Z.B. mit rhetorischen Hilfsmitteln: Wenden Sie bewährte Techniken, Tipps und Tricks an und geben Sie Ihrer Rede die notwendige Würze. So machen Sie den Vortrag lebendiger und überzeugen mit Ihren Inhalten. Bekannte Techniken sind beispielsweise Sprechpausen, Körpersprache, Artikulation oder Lautstärke. In unserem Artikel zeigen wir Ihnen ausgewählte, bewährte Techniken sowie Tipps &Tricks rund um das Thema Sprechtechnik.


Wie Sie Rhetorik lernen können 

Die simple Antwort auf diese Frage lautet: Übung macht den Meister. In gewissem Maße beherrschen Sie mit Sicherheit Grundzüge der Rhetorik: In allen möglichen Lebenslagen müssen Sie frei, selbstbewusst und souverän kommunizieren. Sowohl beruflich als auch privat. Sicher werden Sie unbewusst Sprechtechniken angewandt haben. Mit etwas Training können Sie diese ausarbeiten.

Diese Sprechtechnik-Kenntnisse gilt es nun für Sie auszubauen. Denn Rhetorik lernen ist für Ihre Präsentation und die Vermittlung Ihrer Inhalte das A und O.

Kommunikation: Nicht nur verbal, auch non-verbal 

Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sagte: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Das heißt, auch ohne Sprache kommt etwas zum Ausdruck. Schweigend dastehen kommuniziert und vermittelt somit auch eine Intention. Es wird also nicht nur Sprache, sondern auch Körpersprache und Verhalten vom Publikum interpretiert und gewertet. Beginnen Sie damit, Ihre non-verbale Kommunikation zu hinterfragen. Wertvolle Tipps und Übungen zu Ihrer Körpersprache finden Sie in diesem Artikel in unserem Blog.

Aller Anfang ist schwer 

Rhetorik unterstützt Sie dabei, Ihre Kernaussagen so deutlich wie möglich zu vermitteln. Verlieren Sie dabei nicht Ihr Publikum aus den Augen: Sowohl Ihre Sprache als auch die Nutzung der rhetorischen Mittel müssen immer im Verhältnis zu dem Wissens- und Altersstand Ihres Publikums sein. 

Ihr erster Schritt muss sein, Ihr Publikum zu kennen. Nutzen Sie rhetorische Mittel wie beispielsweise Metaphern (z.B. „Nägel mit Köpfen machen“ – ein Projekt oder eine Aufgabe ans Ziel bringen), sollte Ihr Publikum diese verstehen.

Natürlich sind Sie selbst auch wichtig. Haben Sie Redeangst? Dann machen Sie sich Mut. Hier hilft beispielsweise ein einfaches Mantra, das Sie sich vor dem Vortrag immer wieder vorsagen „Ich bin gut, ich kann das!”. Je positiver Sie eingestimmt sind, desto souveräner meistern Sie Ihren Vortrag. Halten Sie sich vor Augen, dass jeder Mensch dazu in der Lage ist mit etwas Übung Rhetorik zu lernen und die Vortragsziele so zu erreichen.


Sprechtechniken Mut


Besuchen Sie doch einen Rhetorik-Kurs! Dort lernen Sie, welchen Einfluss Wörter, Ihre Stimme oder Ihre Körpersprache haben. Sie möchten es alleine versuchen? Kein Problem, nur Mut. Im Folgenden finden Sie viele hilfreiche Tipps, wie Sie Ihre Rhetorik verbessern und trainieren können.


Basic-Tipps für Ihre Sprechtechniken beim Vortrag 

Mit diesen 13 einfachen Basic-Tipps, können Sie schon vor der Präsentation Ihre perfekte Rhetorik üben und Ihre Sprechtechnik verbessern:

  1. Trinken Sie ausreichend. Um Ihre Stimmbänder zu befeuchten, achten Sie darauf, rechtzeitig vor der Präsentation stilles Mineralwasser oder Tee (keinen Früchtetee!) zu trinken.
  2. Seien Sie ausgeruht. Wer die Nacht vorher in verrauchten, lauten Kneipen verbringt, strapaziert seine Stimme unnötig für den nächsten Tag.
  3. Stehen Sie aufrecht, das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt. Wer mit eingesunkenem Brustkorb spricht, kann das Volumen seiner Stimme nicht ausschöpfen und wirkt zudem noch unsicher.
  4. Atmen Sie ruhig und tief über das Zwerchfell in den Brustkorb ein und aus. Üben Sie, lange auszuatmen und vor jedem längeren Satz tief einzuatmen. So haben Sie genügend Luft und können frei reden, ohne mitten im Satz Luft zu holen.
  5. Entwickeln Sie Stimmresonanz aus dem Brustkorb heraus. Werden Sie nicht höher mit der Stimme, wenn Sie lauter sprechen. Tiefere Tonlagen sind angenehmer zu hören.
  6. Nehmen Sie Ihren Vortrag zur Probe auf und achten Sie dabei genau auf den Klang Ihrer Stimme und Ihre Ausdrucksweise. Sprechen Sie zu laut oder zu leise? Wo können Sie sich verbessern? Was wirkt souverän? Was eher wenig selbstbewusst?
  7. Sprechen Sie ohne Hektik: Nehmen Sie nach jedem Satz einen tiefen Atemzug und nutzen Sie die kleine Pause. So bleiben Sie fokussiert und ruhig.
  8. Achten Sie auf Ihre Sprechgeschwindigkeit. Nichts ist schlimmer als den Text zu hastig vorzutragen und womöglich Wörter zu verschlucken. Sie wollen gehört und verstanden werden. Ihre Message ist der Mittelpunkt des Vortrags.
  9. Sprechen Sie deutlich. Eine witzige Übung, um Murmeln und Verhaspeln zu vermeiden: Üben Sie Zungenbrecher – und zwar so deutlich ausgesprochen wie möglich.
  10. Formulieren Sie kurze Sätze: Achten Sie darauf, möglichst kurze und leicht verständliche Sätze zu formulieren. Da sich unser Gehirn beim Hören auf einen Kernbereich konzentriert, schwindet bei längeren Sätzen die Aufnahmebereitschaft erheblich. Erwähnen Sie wichtige Aussagen direkt am Anfang eines Satzes und betonen Sie diese („3,5 Mio. Euro haben wir dieses Jahr erwirtschaftet.“).
  11. Vermeiden Sie zu viele Fremdwörter: Das mag zunächst gehoben wirken, führt jedoch schnell dazu, dass viele Zuhörer abschalten. Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne beträgt lediglich 20 Minuten. Auf diese Zeit sollten Sie die Länge Ihres Vortrags einstellen.
  12. Sagen Sie „Hmmmmmm.“ Finden Sie Ihre persönliche Sprachlautstärke und Stimmfrequenz, indem Sie zur Probe mehrfach „Hmmmmmm“ sagen und direkt im Anschluss einen Satz folgen lassen. Damit stimmen Sie sich auf die Tonlage ein, mit der Sie am überzeugendsten reden können.
  13. Halten Sie Ihre Präsentation möglichst frei. 

Versuchen Sie in einem Probedurchlauf Ihrer Präsentation alle Tipps zu beherzigen. Sie werden sehen, dass Sie direkt souveräner wirken. Den ersten Schritt zur perfekten Rhetorik haben Sie geschafft.


Sprechtechniken gute


Rhetorik-Tipps für Ihren Vortrags-Einstieg 

Die Basic-Tipps kennen Sie nun. Jetzt geht es an Ihren Vortrag. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Publikum direkt am Anfang mit ins Boot holen. Ein schlechter Anfang macht keinen guten Eindruck und lässt sich schwer wieder ausbessern. Setzen Sie hier auf die richtige Sprechtechnik und meistern Sie souverän Ihren Präsentationseinstieg! Hilfreiche Techniken dazu sind:

  • Die Überraschung
    Setzen Sie auf den Überraschungseffekt! Die üblichen langweiligen Dankesfloskeln („Vielen Dank, dass Sie heute erschienen sind“) kennt jeder. Wenn Sie aber etwas völlig Unerwartetes tun, ist Ihr Publikum direkt gefesselt und wird Ihnen zuhören. Beziehen Sie Ihr Publikum gerne ein, z.B. mit ungewöhnlichen Fragen: „Was denken Sie: Wie schaffe ich es, dass Sie mir bis zum Ende folgen?“
  • Storytelling
    Machen Sie sich die Präsentationstechnik des Storytellings zunutze. Schaffen Sie eine direkte Bindung zum Publikum. Persönliche Anekdoten sorgen für Abwechslung und eignen sich für den Einstieg. Gemischt mit Humor oder Selbstironie treffen Sie genau den Nerv des Publikums („Sie werden nicht glauben, was mir gerade vor der Präsentation passiert ist…“). Sie wirken mit dieser Präsentationstechnik menschlich, nahbar und sympathisch und stellen sich auf eine Ebene mit dem Publikum. Gern können Sie auch im Laufe des Vortrages Anekdoten gekonnt einsetzen.
  • Fragen, Fragen, Fragen
    Oben haben Sie schon den Tipp bekommen mit einer Frage zu starten. Auch im weiteren Verlauf bieten sich Fragen an. Das Publikum fühlt sich so direkt angesprochen. Sie können verschiedene Arten von Fragen in Ihrem Vortrag einbinden: Eine Suggestivfrage („Sind Sie es nicht auch leid, dass…?“) oder eine Meinungsumfrage („Wer von Ihnen bevorzugt…?“). Ganz raffiniert ist es, dem Vortrag eine Klammer zu verleihen, indem Sie zu Beginn eine Frage aufwerfen und diese am Ende noch einmal zur Beantwortung seitens des Publikums stellen.
  • Die Übertreibung
    Starten Sie mit Ihrer Kernaussage. Lassen Sie diese aber nicht einfach belanglos im Vortrag fallen, sondern überhöhen Sie sie zum Extrem („Wer nicht netzwerkt, erhält keine Projektaufträge.“). Das schafft Diskussionsfläche und polarisiert. Es sorgt aber zugleich für maximales Interesse und automatischer Aufmerksamkeit seitens des Publikums durch Neugier auf das Folgende.
  • Rhetorikelemente nutzen: Z.B. Der Vergleich
    Verwenden Sie gleich zu Beginn Rhetorikelemente und machen Sie so Ihre Präsentation interessant! Vergleiche, Gleichnisse, Metaphern, all diese regen Ihr Publikum zum Nachdenken an (z.B. „Bulle und Bär“ – steigende bzw. sinkende Aktienkurse). Die Zuhörer:innen müssen die bildlich übertragene Botschaft zunächst selbst entschlüsseln. Diese Aufgabe inspiriert und lässt bei erfolgreicher Lösung das Publikum mit einem Erfolgsgefühl aus Ihrem Vortrag gehen.

Weitere hilfreiche Tipps und Tricks für den perfekten Präsentationseinstieg finden Sie hier.


Sprechtechniken: Arbeiten Sie mit rhetorischen Stilmitteln! 

Im letzten Punkt des perfekten Präsentationseinstiegs haben Sie bereits gelernt, dass Rhetorikelemente das Publikum fesseln und gleichzeitig Ihren Vortrag spannend wirken lassen. So führen Sie Ihre Präsentation maßgeblich zum Erfolg. Versuchen Sie deshalb so oft es geht Stilmittel einzubauen. Sie können diese beispielsweise nutzen, um aus etwas Kompliziertem etwas ganz Einfaches, für Ihr Publikum leicht verständliches zu machen.

Wichtig ist auch hier Übung – Setzen Sie rhetorische Mittel nur passend und richtig ein. Bei falscher Verwendung erreichen Sie schnell eine gegenteilige Wirkung und lassen sich lächerlich und unprofessionell erscheinen.

Hier finden Sie eine Auswahl vieler effektvoller rhetorischer Mittel für Ihre Präsentation:

  • Alliteration: Generiert die Aufmerksamkeit der Zuschauer:innen durch gleiche Buchstaben am Wortanfang (z.B. „Milch macht müde Männer munter“).
  • Anapher: Beeindruckt durch eine kontinuierliche Steigerung des Gesagten (z.B. „Sie bekommen nicht eine Folie, nicht fünf Folien, sondern 20 Folien für 20 Euro!“).
  • Antithese: Hiermit beschreiben Sie einen Gegensatz und werfen so eine leichte Provokation in den Raum, die zum Diskutieren anregen kann. Spannend für das Publikum. (Z.B. „Sie dachten, das war schon alles? Sie denken falsch!“).
  • Hyperbel: Erzeugt Aufmerksamkeit durch Übertreibung. (Z.B. „Wer nicht netzwerkt, erhält keine Projektaufträge.“)
  • Klimax: Bietet eine stufenweise Steigerung der Wörter, hat das Format einer dramaturgischen Geschichte, zieht so einen tollen Spannungsbogen. (Z.B. „Was als Panne begann, entwickelte sich zu einem Produkt, dass sich als Verkaufsschlager herauskristallisierte.“).
  • Methapher: Verbildlicht Ihre Aussagen auf leichte Weise. Stellt Ihre Aussagen lebhaft dar. (Z.B. „Bulle und Bär“ – steigende bzw. sinkende Aktienkurse). Mehr Informationen und Beispiele zu Metaphern finden Sie hier.
  • Neologismus: Beschreibt eine Wortneuschöpfung, die dem Auditorium im Gedächtnis bleibt. Wichtig ist hier, nicht zu abstrakt zu werden, sodass das Wort noch einen Sinn ergibt.
  • Parallelismus: Regt die Hörer:innen zum Nachdenken an und bleibt im Kopf auch nach Ihrem Vortrag. (Z.B. Die Nacht ist dunkel, der Tag ist hell.“).

Die Stimme: Ein wichtiges Präsentationselement für Ihren Vortrag 

Sprechtechniken Stimme wichtig


Es lohnt sich, an seiner Stimme und seiner Sprechtechnik zu arbeiten, denn: Untersuchungen zeigen, dass der Anteil der Stimme bis zu dreimal wichtiger bewertet wird als der Inhalt. Stimme und Sprechweise sind also eine unabdingbare Basis, die es für Ihre Außenwirkung zu üben gilt. Wer monoton spricht, redet am Publikum vorbei.

Stimmtrainings sind für das Durchhaltevermögen Ihrer Sprache während dem Vortrag wichtig. Wer merkt, dass die Stimme wegbricht, wird schnell unsicher. Mit etwas Übung von Sprechtechniken können Sie einen resonanzgleichen, klangvollen Vortrag präsentieren. Besuchen Sie hierfür Seminare oder versuchen Sie unsere folgenden Tipps zu beherzigen.

  • Stimme und Sprachmelodie variieren. Heben und senken Sie Ihre Stimme. Veränderungen der Sprachmelodie und Intonation erzeugen Spannung. Das steigert die Wirkung Ihrer Aussagen. Lenken Sie so die Aufmerksamkeit auf wichtige Satzteile. Sie wirken konkreter und überzeugender, wenn Sie nach einem Gedanken oder Satz Ihre Stimme absenken.
  • Variieren Sie das Tempo. Beim Präsentieren neigen viele Menschen dazu, durch Nervosität zu schnell und somit schwer verständlich zu sprechen. Üben Sie, Ihr Grundtempo während des Sprechens zu variieren und gezielt zu dosieren.
  • Tonhöhe beachten. Wie hoch oder wie tief wir sprechen, ist individuell physiologisch vorgegeben. Bei Vorträgen passiert es schnell, durch Nervosität in eine hohe Piepsstimme zu gelangen. Versuchen Sie lieber eine tiefe Stimmlage einzunehmen. Das wirkt angenehm und strahlt Kompetenz aus. Versuchen Sie, Ihre Stimmtiefe gezielt zu trainieren. Indem Sie langsamer sprechen und bewusst in den Bauch atmen, können Sie Ihre Stimme tiefer klingen lassen.
  • Betonungen. Viele Redner:innen betonen hauptsächlich Substantive. Setzen Sie lieber auf die Betonung von Verben. Diese regen das Gehirn stärker an. Mit Betonungen machen Sie den Vortrag spannend.
  • Richtige Atmung. Durch Aufregung können Sie „vergessen“ normal weiter zu atmen. Irgendwann schnappen Sie dann nach Luft, Ihnen geht der Atem aus. Abhilfe können Sie schaffen, indem Sie tief in den Bauch atmen. Merken Sie, dass Sie außer Atem geraten, nehmen Sie sich kurz Zeit und bauen Sie eine Pause ein.

Unterschätzen Sie nicht, wie wertvoll Pausen sein können

Sprechtechniken: Pause 2


Sprechpausen sind ein einfaches, aber extrem effektives sprachliches Mittel, um Spannung aufzubauen und Präsentationen zu beleben. Falsch eingesetzt können sie dem/der Vortragenden aber auch zum Verhängnis werden, da sie schnell unnatürlich wirken und es erscheint, als wäre man sich seiner Sache nicht sicher und nervös.
Wir haben einige Anwendungsmöglichkeiten für Sie zusammengefasst, damit Sie das volle Potential von richtig gesetzten Pausen ausnutzen und Fettnäpfchen vermeiden können.

  • Pausen zur Betonung

Eine Pause nach einer Schlüsselaussage oder einem Schlüsselfakt unterstreicht die Wichtigkeit desselben und zeigt dem Publikum, dass es aufmerksam sein und sich an das Gesagte erinnern soll. Hier ist es wichtig, den Redefluss nicht zu lange zu unterbrechen, da das ablenken und unangenehm für Ihre Zuhörer:innen werden kann.
Pausen dieser Art sollten nicht zu oft, höchstens drei bis viermal, pro Präsentation verwendet werden, da sie sonst ihre Wirkung verlieren.

  • Pausen für Selbstvertrauen

Wenn Sie gegen Mitte oder Ende Ihrer Präsentation merken, dass Ihr Selbstvertrauen schwindet oder Ihr Vortrag nicht mehr optimal läuft, legen Sie eine Pause ein, um sich wieder zu fassen. Eine Pause gibt Ihnen als Vortragendem/r die Gelegenheit, Ihre Gedanken neu zu sammeln und mit neuer Kraft weiterzumachen.
Solche Pausen sollten kurzgehalten werden, um das Publikum nicht zu verunsichern und die eigene Unsicherheit nicht zu zeigen.

  • Pause zum Informationsverdauen

Manchmal fällt Ihnen auf, dass das Publikum beginnt, sich auszuklinken. Das liegt nicht daran, dass Ihre Zuhörer:innen nicht interessiert sind – wenn es zu einem Überschuss an Informationen kommt, braucht Ihr Publikum einen Moment der Ruhe, um die Vielzahl an neuen Eindrücken und Fakten zu verarbeiten.


Sprechtechniken: Pause machen


Durch eine Pause geben Sie den Zuhörer:innen die Chance, die neuen Erkenntnisse zu ordnen und wieder aufnahmebereit zu werden.


So vermeiden Sie Füllwörter 

Es gibt Menschen, die können völlig unbeschwert frei weg von der Leber sprechen. Doch nicht jeder/m Vortragenden wurde dieses Talent in die Wiege gelegt. Stattdessen nimmt der Puls richtig an Fahrt auf und feuchte Hände gibt es gratis dazu. Und schon ist Ihnen ein „äh“ herausgerutscht. Auch unbewusst antrainierte Füllwörter, wie „nicht wahr?“ oder „genau“? Sollten Sie tunlichst vermeiden. Gehäuft lassen diese Sie schnell zu nervös wirken.


Sprechtechniken Lampenfieber


Gerade am Anfang einer Rede klingt dieses oder ähnliche Füllwörter unsicher und nicht unbedingt professionell. Fast schon so, als hätten Sie sich mit Ihrem Vortrag nicht ausreichend beschäftigt. 

Damit die Wörter nicht sprichwörtlich im Halse stecken bleiben, kann eine exzellente Vorbereitung auf den Vortrag wahre Wunder bewirken. Wertvolle Tipps zur Vermeidung von Füllwörtern und einem flüssigen, souveränen Vortrag finden Sie hier als Textform oder hier als Video.

Sprechtechniken: Auch am Ende anwenden! 

Sie haben einen erfolgreichen Start und eine starke Mitte Ihres Vortrages gehalten, vergessen Sie nicht, auch mit einem starken Abschluss zu punkten. Auch hier können Sie gezielt Sprechtechniken einsetzen, sodass Ihre Zuhörer:innen Ihre Präsentation noch lange im Gedächtnis behalten.

Kommen Sie am Ende auf die Klammer zurück, die Sie mit einer Fragestellung am Beginn des Vortrags geöffnet haben. Beantworten Sie diese Frage nun, oder noch besser, lassen Sie die Frage von Ihrem Auditorium beantworten.

Auch die Überraschung können Sie erneut einsetzen, indem Sie den Schluss ohne die üblichen Floskeln einleiten.

Weitere hilfreiche Tipps für ein effektvolles Präsentationsende finden Sie hier und hier.


Fazit: Mit den richtigen Sprechtechniken souverän präsentieren! 

Die richtigen Rhetorik-Kenntnisse sind heutzutage für eine Präsentation von hohem Wert. Selbst wenn Ihre PowerPoint-Folien noch so ausgereift sind, langt es nicht, wenn Sie mit einem monotonen Vortrag danebenstehen und präsentieren.

Setzen Sie Sprechtechnik gezielt ein, um den Vortrag lebendiger zu gestalten und Ihre Kernaussagen gekonnt zu untermalen. Durch Sprechtechniken ist Ihnen die Aufmerksamkeit des Publikums garantiert. Nutzen Sie unsere zahlreichen Tipps aus dem Beitrag, um sich optimal auf Ihre nächste Präsentation vorzubereiten bzw. Ihre aktuellen Rhetorik-Kenntnisse zu hinterfragen und gegebenenfalls auszubauen.


Sprechtechniken Präsentation


Sie brauchen Hilfe oder haben Fragen zu bestimmten Sprechtechniken oder generell zu PowerPoint-Themen? Zögern Sie nicht, und suchen Sie unseren Kontakt unter becker@presentationload.de. Wir helfen Ihnen gerne weiter!