Weil nicht nur der erste Eindruck entscheidet:
20 Tipps und Ideen für ein erfolgreiches Präsentationsende

„Nach einer Weile ging ich hinaus und verließ das Krankenhaus und ging im Regen ins Hotel zurück.“
Wenn Sie ein großer Literaturliebhaber sind, wird Ihnen dieser Satz vielleicht bekannt vorkommen. Wenn nicht, ist das aber auch nicht schlimm, denn um Literaturexpertise geht es hier nicht. Lernen können Sie aus diesem Satz aber trotzdem etwas. Wenn Sie sofort wissen möchten, was es mit diesem Zitat auf sich hat und was das mit dem Ende Ihrer Präsentation zu tun hat, können Sie jetzt bis zum letzten Tipp hinunter scrollen und erfahren die Antwort gleich. Vielleicht lesen Sie aber auch erst die anderen 19 Tipps für ein gelungenes Präsentationsende, denn Sie können davon profitieren.


Warum das Ende Ihrer Präsentation kein „Stiefkind“ sein sollte

Ein tolles Dessert bildet den gelungenen Abschluss eines jeden Menüs und kann eine eher mittelmäßige Vorspeise schnell vergessen machen. Das überraschende, fulminante Ende eines Films bleibt uns länger im Gedächtnis als der Rest der Handlung. Jeder Musiker beendet sein Konzert mit einem besonderen Stück, um die Fans in Hochstimmung zu verabschieden. In einem Werbespot hören wir den entscheidenden Slogan immer zum Schluss.
Warum enden dann so viele Präsentationen mit einem lapidaren „Tja, ich denke das war’s. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.“ oder einer ähnlich aussageschwachen Formulierung?

Vermutlich liegt es an einer althergebrachten Dynamik. Die wenigsten Menschen präsentieren gern. Für viele ist es eine lästige, aber nötige Pflicht. Für einige sogar eine äußerst unangenehme Herausforderung. Auch das Publikum besteht nicht immer nur aus begeisterten, interessierten Zuhörern. Kein Wunder also, dass das Präsentationsende oftmals ein herbeigesehnter Punkt ist, der die Sache schnell und unkompliziert beenden soll. Und so läuft es dann leider eben auch häufig ab. Oft sogar dann, wenn ein Vortrag absolut positiv verlief und das Publikum eigentlich davon angetan war.

Schade, denn wer viel Arbeit in eine Präsentation steckt, um mit ihr zu begeistern, zu überzeugen und herauszustechen, der sollte sie auch entsprechend beenden, um nicht auf den letzten Metern Punkte einzubüßen. Gerade hier ist die Aufmerksamkeit noch einmal hoch und gerade das zum Schluss Gesagte bleibt besonders im Gedächtnis. Klar, der Informationsschwerpunkt liegt im Mittelteil, aber oft entscheidet nicht Information, sondern Emotion und die lässt sich gerade am Ende noch einmal gut triggern. Und damit kann das Ende sogar den entscheidenden Unterschied ausmachen.

 

Deshalb hier nun 20 nützliche Tipps und Tricks für ein gelungenes Präsentationsende:


1. Präsentation Ende: Haben Sie den Mut, es anders zu machen!

Wenn Sie einmal die Präsentationsenden Revue passieren lassen, die sie erlebt haben, wird Ihnen höchstwahrscheinlich nicht viel dazu einfallen. Nach Fazit und Zusammenfassung gibt es noch eine Folie mit dem üblichen Dank für die Aufmerksamkeit und das war’s. Für ein Präsentation Ende Beispiele zu finden, die einem wirklich im Gedächtnis geblieben sind, weil sie überraschend, aufwühlend oder bewegend waren, ist wirklich schwierig. Wenn Sie also mit Ihrer Präsentation herausstechen wollen, sollten Sie vielleicht genau das machen: Haben Sie den Mut es anders zu machen. Seien Sie kreativ. Das ist der beste Anfang für ein gutes Ende.

 

2. Kein planloses Ende

Viele Redner machen sich über das Präsentationsende keine großen Gedanken. Hauptsache der Inhalt steht, der Rest ergibt sich dann schon. Ein Fehlschluss, der in den meisten Fällen zu einem holprigen Abschluss der Präsentation à la „So, ich glaube, dass war’s dann auch schon von mir“ führt. Das wirkt halbherzig und wenig engagiert, ausgerechnet dann, wenn das Publikum noch einmal richtig mitgenommen werden könnte. Das Ende einer Präsentation sollte also mindestens genauso sorgfältig überlegt sein, wie der ganze Rest. Sogar wer eloquent ist und meist spontan die richtigen Worte findet, sollte sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie dieser letzte, entscheidende Abschnitt ausfallen und welche Wirkung er erzielen soll.

 

3. Das Pferd von hinten aufzäumen

Ein Tipp, der vielleicht zunächst etwas merkwürdig klingt: Bei der Vorbereitung von Präsentationen kann es sich lohnen, den letzten Schritt noch vor dem ersten zu machen. Viele Redner bereiten ihre Vorträge nach dem Schema vor, in dem sie auch gehalten werden: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Dumm nur, wenn sich dabei ein Ende ergibt, dass irgendwie nicht ganz ideal erscheint, obwohl es darauf doch eigentlich ankommt. Warum also nicht gleich hier ansetzen?

Fragen Sie sich: Wo möchte ich eigentlich hinkommen? Worauf soll alles hinauslaufen? Welche Kernaussage soll sich durch die gesamte Präsentation ziehen und am Ende klar im Vordergrund stehen? Dann können Sie sich überlegen, wie Sie am besten dort hingelangen und eine zielgerichtete Struktur entwickeln.

 

4. Die Präsentation „rund“ machen

Manchmal bietet es sich an, der Präsentation einen rhetorischen Rahmen zu verleihen, indem man Anfang und Ende verbindet. Beginnen Sie beispielsweise die Präsentation mit einer Geschichte oder einem Rätsel und setzen Sie die Auflösung ans Ende. Stellen Sie zu Beginn eine Frage und beantworten Sie sie am Schluss. Starten Sie mit einem Beispiel und wandeln Sie es für den Schluss passend ab oder wählen Sie schlicht und einfach die gleichen Worte für Anfang und Ende. Das verleiht der Präsentation einen Rahmen und gibt Ihnen einen roten Faden vor, an dem entlang Sie die Präsentation gestalten können.

 

5. Präsentation Ende – auch ohne Ankündigung

Geht eine Präsentation dem Ende zu, kommen häufig Sätze wie „Nun komme ich auch langsam zum Schluss.“, „Nun sind wir auch fast schon am Ende angekommen.“ oder sogar „Jetzt sind Sie auch schon fast von mir erlöst“. Solche Worte fallen fast schon automatisch, können aber eine eher ungünstige Wirkung haben und sind obendrein unnötig. Sie vermitteln das Gefühl, dass Vorträger wie Publikum das Vortragsende schon erwarten und nun froh sein können, dass es bald überstanden ist. Es klingt, als habe der Vortragende selbst den Vortrag als lang und uninteressant erkannt. Selbst wenn es nicht so gemeint ist, klingt es einfach nicht besonders selbstbewusst und wenig überzeugt vom eigenen Konzept. Außerdem kann es dazu führen, dass die Zuhörer innerlich bereits abschalten, ihre Sachen zusammenräumen und mit ihren Gedanken die nächsten Schritte in die Mittagspause oder zurück an den Schreibtisch planen, während Sie noch wichtige Punkte ansprechen.

Geschickter formuliert, kann die Ankündigung des Schlusses natürlich auch eine positive Wirkung entfalten. Mit Worten wie „Nun komme ich zu meinem letzten, besonders wichtigen Punkt“ könnten Sie beispielsweise die Aufmerksamkeit noch einmal zuspitzen.

Eine Ankündigung für das Ende einer Präsentation ist prinzipiell aber nicht nötig. In den allermeisten Fällen ergibt sich der Abschluss einer Präsentation durch Zusammenfassung, Schlussfolgerung oder Call-to-Action von ganz allein und wird auch so verstanden.

 

6. Das Beste kommt zum Schluss

Genau wie ein gutes Buch sollte auch Ihre Präsentation einen Spannungsbogen aufweisen, der immer weiter ansteigt. Bauen Sie Ihre Argumentation so auf, dass Ihr stärkstes Argument am Schluss steht. Auf diese Weise erschaffen Sie eine natürliche Spannungskurve in Ihrem gesamten Vortrag und das Publikum wird Ihnen aufmerksam folgen.

Mit diesem kleinen Trick sorgen Sie ganz nebenbei dafür, dass Ihr stärkstes Argument als letzter großer Eindruck Ihrer Präsentation im Gedächtnis bleibt. Mit der Methode des Spannungsbogens erzielen Sie also einen doppelten Effekt und Ihre Kernaussage wird bleibenden Eindruck hinterlassen.

 

7. Fazit in Präsentationen?

Das kommt darauf an! Nicht jede Präsentation benötigt eine klassische Zusammenfassung des gelernten. Besonders Präsentationen, die nach der Methode des Storytellings aufgebaut sind, schließen oft anders ab. Geübte Redner lassen ihre Zuhörer einen Aha-Moment in ihrer Präsentation erleben, indem sie den rhetorischen Kreis am Ende schließen. Beispielsweise kann bei dieser Methode am Schluss eine Leitfrage, die zu Beginn der Präsentation aufgeworfen wurde, beantwortet.

Doch natürlich ist dies nicht die einzige Möglichkeit eine Präsentation aufzubauen. Besonders in Vorträgen, die viele verschiedene Aspekte beleuchten und unterschiedliche Argumentationsketten zusammenführen, ist ein Fazit nach wie vor ein beliebtes Hilfsmittel.

Ein gutes Fazit fasst alle wichtigen Argumente und Stationen Ihres Vortrags noch einmal zusammen und stellt den Zusammenhang her. Bringen Sie am Ende Ihrer Präsentation alle Informationen noch einmal auf den Punkt und zeigen Sie das große Ganze auf einer Folie. So geben Sie Ihrem Publikum etwas konkretes zum Abschluss, woran es sich erinnern kann.

 

8. Anreize zur Erinnerung einbauen

Ähnlich wie in der Werbung, geht es bei Präsentationen häufig darum, etwas im Gedächtnis zu verankern. Das Mittel der Wahl ist dabei die Wiederholung. Je öfter wir etwas hören, erfahren oder tun, desto wahrscheinlicher bleibt es uns lange und nachhaltig im Gedächtnis. Das Ende einer Präsentation bietet sich an, um wichtige Inhalte noch einmal zu wiederholen und zu pointieren. Darüber hinaus können Sie versuchen, kleine Anreize einzubringen, die Ihren Vortrag auch später noch einmal ins Bewusstsein rücken lassen. Das können Sie beispielsweise in Form einer kleinen Aufforderung tun: „Wenn Sie gleich auf dem Heimweg sind, dann denken Sie doch noch einmal an das, was ich über das Verhalten an Ampeln gesagt habe“.

Oder in Form eines Alltagstipps: „Diese kleine Technik, die ich Ihnen da gerade verraten habe, kann Ihnen übrigens auch im Umgang mit Ihren Kindern helfen.“ Solche Alltagsbezüge machen den Vortrag gleichzeitig interessanter für die Zuhörer und lassen sich gut mit etwas Humor verknüpft anbringen, was zusätzlich die Stimmung hebt.

 

9. Fokus auf den Schlusssatz

Der abschließende Satz einer Präsentation hat mehr Bedeutung als Sie vielleicht glauben. Sogar wenn einige Zuhörer zwischendurch gedanklich abgedriftet sind, sind sie am Ende meist wieder bei der Sache. Sie haben also die volle Aufmerksamkeit. Und was sie jetzt sagen und tun, kann noch gedanklich nachwirken und bleibt damit besonders gut im Gedächtnis hängen. Es ist vor allem dieser letzte Eindruck, den die Leute aus der Präsentation mitnehmen. Es lohnt sich also, den abschließenden Worten viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Den Schlusssatz an die Kernaussage anzupassen, bietet sich dabei natürlich an. Fragen Sie sich außerdem, mit welchem Gedanken oder welchem Gefühl sie ihr Publikum entlassen wollen.

 

Das kann Ihnen beim Entwickeln der Schlussbotschaft helfen:

  • Passen Sie die Schlussbotschaft stilmäßig an den Rest der Präsentation an.
  • Halten Sie die Schlussbotschaft möglichst kurz und einfach.
  • Sprechen Sie die emotionale Ebene an. Je nachdem was sich anbietet, können Sie versuchen positive Gefühle zu erzeugen, kraftvolle Appelle zu formulieren, nachdenklich zu machen oder mit Humor aus der Präsentation zu gehen.
  • Auch ein Slogan oder eine Message, die Sie als Kernaussage schon vorher in der Präsentation erarbeitet haben, kann am Ende noch einmal perfekt ausgefeilt platziert werden.
  • Es bietet sich an, Stilmittel, wie beispielsweise Alliterationen, zu verwenden. Sie erzeugen Aufmerksamkeit und bleiben besser im Gedächtnis haften.
  • Wer häufig Vorträge hält, kann sich auch persönliche Schlussworte zulegen, die er als Markenzeichen für jede Präsentation verwendet. Ein Stilmittel, das vor allem von TV-Moderatoren gern verwendet wird. (Ein bekanntes Beispiel: Rudi Cerne mit den Worten „Bleiben Sie sicher!“ am Ende jeder Folge von „Aktenzeichen XY“)
  • Der Schlusssatz muss nicht unbedingt von Ihnen sein. Ein passendes Zitat einer bekannten (und idealerweise bei der Zielgruppe renommierten) Person kann Ihre Aussagen wunderbar unterstreichen. Auch ein bekanntes, vielleicht passend abgewandeltes, Sprichwort kann sinnig sein und wird gut im Gedächtnis behalten.
  • Der Schlusssatz muss nicht unbedingt ein Satz sein. Auch ein Bild oder vielleicht ein kurzes Video kann einen passenden, stimmungsvollen Abschluss bilden.


10. Wichtig zum Präsentation Abschluss: Gemeinschaft suggerieren

Wir Menschen sind soziale Wesen und fühlen uns wohl, wenn wir eine harmonische Gemeinschaft bilden. Zum Abschluss bietet es sich deshalb besonders an, noch einmal auf die Erzeugung von Harmonie und Einklang zu setzen, um positive Gefühle zu erzeugen. Achten Sie deshalb darauf, mit Ihren letzten Worten keine Barriere zwischen sich und den Zuhörern zu schaffen. Das geht relativ einfach, indem Sie Wir-Formulierungen wählen.

Statt „Ich komme damit zu dem Schluss, dass…“ oder „Sie haben jetzt erfahren, dass…“, sagen Sie „Wir können nun sehen, dass…“ oder „Nun wird für uns klar ersichtlich, dass…“. Damit schaffen Sie eine gefühlte Einheit und Übereinstimmung und zeigen noch einmal, dass Sie auf der Seite des Publikums stehen.


11. Souveränität und Selbstbewusstsein bis zum Schluss

Selbstkritisch zu sein ist in gesundem Maße eine sehr löbliche Eigenschaft und hilft dabei, stetig besser zu werden. Sich selbst und seine Arbeit klein zu reden und die eigenen Unzulänglichkeiten in den Vordergrund zu stellen, ist allerdings keine konstruktive Form der Selbstkritik, sondern nur rhetorisch ungeschickt.

Es ist wichtig, dem Publikum zu vermitteln, dass man selbst von dem was man sagt überzeugt ist – und zwar bis zum Schluss. Bleiben Sie also bei dieser Einstellung und knicken Sie nicht kurz vor dem Ziel ein, indem Sie nach Komplimenten und Zustimmung fischen. Auch Entschuldigungen und Selbstkritik setzen sich in den Köpfen fest, wenn sie an so einer entscheidenden Stelle wie dem Präsentationsende platziert werden. Natürlich kann es passieren, dass Ihnen im Laufe der Präsentation ein offensichtlicher(!) Fauxpas unterläuft oder ein Fehler augenscheinlich wird und natürlich dürfen und sollten Sie das entschuldigen. Tun Sie dies direkt und knapp und gehen sie nicht noch einmal darauf ein – schon gar nicht am so wichtigen Schluss. Stoßen Sie Ihr Publikum nicht mit der Nase auf kleine Unzulänglichkeiten, die sonst vermutlich niemanden interessiert hätten.

Das klingt leichter als es eigentlich ist, denn negative Phrasen wie „Entschuldigen Sie, dass ich XY nicht näher erläutern konnte.“ oder „Ich hoffe, ich habe Sie nicht zu sehr gelangweilt.“ kommen uns oft fast wie von selbst über die Lippen. Sie müssen sich also ein wenig in Selbstkontrolle üben, um den inneren Kritiker dort zu lassen, wo er hingehört: drinnen.


12. Ende Präsentation = Ende Thema

Ein Ende kann auch ein neuer Anfang sein – aber nicht in diesem Fall. Beenden Sie Ihre Präsentation nicht mit einem neuen, weiterführenden Gedanken. Das kann Verwirrung stiften und lässt die Präsentation unrund erscheinen. Natürlich kann es Aspekte und Gedanken geben, die Sie noch kurz ansprechen, aber nicht mehr weiter ausführen möchten. Diese sollten Sie aber als solche klarstellen und sie noch vor dem Ende der Präsentation platzieren. Fällt Ihnen kurz vor Schluss noch etwas ein, dass Sie zu erwähnen vergessen haben, dann lassen Sie es weg oder ergänzen Sie es in Ihren Materialien, falls Sie später eine Zusammenfassung per Mail versenden.

Lassen Sie zum Ende den Fokus auf Ihrem eigentlichen Inhalt und Ihrer Kernaussage, denn dort bleiben die Gedanken der Zuhörer nach der Präsentation.

Eine Ausnahme kann sich allerdings dann ergeben, wenn im Anschluss an die Präsentation eine Diskussion angestrebt wird, wie es beispielsweise im akademischen Rahmen üblich ist. Je nach Kontext, können Denkanstöße hier durchaus erwünscht sein.


13. Ende Präsentation – jetzt ist die Gelegenheit für Eigenwerbung

Eine gelungene Präsentation weckt das Interesse der Zuhörer. Das ist eine gute Gelegenheit, etwas in eigener Sache zu werben. Am Präsentationsende können Sie deshalb auch Hinweise auf weitere Veranstaltungen, Ihre Webseite, Ihren YouTube-Kanal, ein von Ihnen verfasstes Buch oder ähnliches anbringen. Richtig formuliert, klingt ein solcher Hinweis nicht werblich, sondern wie ein freundliches Angebot: „Wenn Sie sich weiter in das Thema einarbeiten möchten, finden Sie in meinem Buch XY…“. Halten Sie den Umfang solcher Hinweise aber gering, sonst merkt sie sich keiner.


14. Diskussion oder Fragerunde geschickt anschließen

Ob Fragen zwischendurch gestellt werden sollen oder ob am Ende der Präsentation Zeit dafür eingeräumt wird, sollte gleich zu Beginn angekündigt werden. Gibt es eine Fragerunde nach dem Präsentation Abschluss oder soll sich eine Diskussion anschließen, gilt es, eine geschickte Überleitung zu schaffen. Hier lauern Stolperfallen. Wer mit einem einfachen „Gibt es Fragen?“ oder sogar nur mit einem knappen „Fragen?“ startet, klingt nicht besonders einladend und läuft Gefahr, zunächst mit peinlichem Schweigen konfrontiert zu werden. Fließender und freundlicher lässt sich die Überleitung gestalten, indem beispielsweise direkt an das Gesagte angeschlossen wird („Abschließend habe ich gesagt, dass….Wie sehen Sie das?“).

Auf diese Weise lässt sich die Diskussion praktischerweise sogar gleich in die gewünschte Richtung lenken und Sie bekommen ganz nebenbei auch noch einmal die Gelegenheit, wichtige Punkte zu wiederholen.


15. Die wirklich letzte Folie

Wenn inhaltlich alles gesagt wurde, kommt bei den meisten Vorträgen noch eine Folie, die gewissermaßen das endgültige Ende verkündet. Manchmal steht dort in großen Buchstaben auch wirklich „Ende“ oder „Fragen?“ oder das berühmt-berüchtigte „Danke für Ihre Aufmerksamkeit“. Das kann man so machen – man kann es aber auch besser machen. Die letzte Folie kann ein Bild, ein Meme oder ein Comic sein und damit noch einmal für etwas Auflockerung oder Emotionen sorgen. Sie können sich aber auch für gar keine Schlussfolie oder eine komplett schwarze Folie entscheiden. Das kann Raum für eine persönliche Überleitung in den Frageteil oder eine Diskussion bieten: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts mehr. Ich bin also am Ende meines Vortrages angekommen. Nun sind Sie an der Reihe…“.


16. Ende Präsentation: „Danke für Eure Aufmerksamkeit“ bedanken oder nicht?

Die Floskel „Danke für Eure Aufmerksamkeit“ kennt wohl jeder. Doch bedankt man sich am Ende einer Präsentation für die Aufmerksamkeit des Publikums oder nicht? Hier scheiden sich ein wenig die Geister. Für Viele ist es immer noch gang und gäbe und ein Gebot der Höflichkeit. Aber wer ehrlich darüber nachdenkt, stellt schnell fest, dass es letztlich eine Floskel mit fragwürdiger Aussage ist. Sie haben viel Arbeit in Ihre Präsentation gesteckt und wollen Ihr Publikum damit von einer guten Sache überzeugen oder es nachhaltig informieren. Aufmerksamkeit ist da schlicht und einfach zu erwarten. Wer also mittels „Danke für Eure Aufmerksamkeit“ dafür dankt, scheint von der Qualität und dem Wert seiner Arbeit nicht sehr überzeugt zu sein.

Von Bedeutung ist ein standardmäßig geäußerter Dank ohnehin nicht und wird deshalb auch kaum vermisst werden. Oder können Sie sich vorstellen, dass nach der Präsentation jemand sagt: „Der Vortrag war ausgezeichnet und das Konzept grandios. Wir werden damit tolle Fortschritte machen. Aber ich möchte trotzdem, dass man mir dankbar ist, dass ich überhaupt zugehört habe.“?

Wer sich ganz ohne Dank ans Publikum unwohl fühlt, kann ihn natürlich dennoch formulieren, allerdings bitte nur mündlich und nicht in Riesen-„Danke für Eure Aufmerksamkeit“-Schrift auf einer PowerPoint Folie, die dann vorgelesen wird. Eine persönliche, individuelle Formulierung, die dann vielleicht auch so gemeint ist, macht sich in jedem Fall besser und bringt mehr Sympathien.


17. Gute Wünsche zum Abschied

Persönliche Worte stiften Vertrauen, vermitteln Wertschätzung und kommen deshalb gut an. Ihre Verabschiedung darf also ruhig über ein „Auf Wiedersehen!“ hinaus gehen. Freundliche Wünsche zum Abschied können dafür sorgen, dass Sie abschließend in guter Erinnerung bleiben. Sagen Sie also ruhig etwas Nettes wie „Ich hoffe, Sie kommen bei diesem Wetter gut und sicher nach Hause.“ Sie können Ihre Wünsche auch an das Thema des Vortrags anknüpfen: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie meine Methode gut umsetzen können und damit Erfolg haben!“. Klar, Sie sollten mit Ihrem Inhalt punkten können, aber unterschätzen Sie dabei nicht die Macht der Sympathie.


18. Präsentation Ende – jetzt bloß keine Hektik!

Klar, wer eine Präsentation erfolgreich hinter sich gebracht hat, ist erst mal erleichtert. Leider führt das oft dazu, dass Redner geradezu fluchtartig den Schauplatz verlassen. Kaum sind die letzten Worte gesagt, wird der Laptop zugeklappt, der Beamer ausgeschaltet und die Bühne oder das Pult verlassen, manchmal sogar, während das Publikum noch applaudiert. Das ist für beide Seiten schade. Redner gönnen sich dadurch nicht die Anerkennung des Publikums und das Publikum erlebt den Redner auf den letzten Metern als hektisch und desinteressiert. Nehmen Sie sich also ruhig etwas Zeit.

Genießen Sie den Applaus, halten Sie Blickkontakt zum Publikum, lächeln und nicken Sie. Damit drücken Sie aus, dass Sie selbstsicher sind und die Anerkennung zu schätzen wissen. Zum Zusammenpacken ist immer noch genug Zeit.

Übrigens: Achten Sie auch auf Ihr Sprachtempo. Viele Redner neigen dazu, unbewusst schneller zu sprechend, wenn sie sich dem Ende eines Vortrags nähern.

 

19. Das richtige Zeitmanagement

Erinnern auch Sie sich noch an die unangenehme Situation am Ende einer Vorlesung im Studium? Der Dozent hat seinen Vortrag noch nicht beendet, doch ein Großteil der Kommilitonen packt bereits lautstark zusammen und verlässt den Raum. Natürlich kann man dieses Verhalten bestenfalls als unhöflich gegenüber dem Vortragenden und den wirklich interessierten Zuhörern bezeichnen. Allerdings muss man auch Verständnis für die Gegenposition aufbringen.

Unter Ihren Zuhörern werden oft Kunden, Manager oder Kollegen sitzen, deren Meetings an diesem Tag dicht aufeinander folgen. Für bestimmte Termine oder Aufgaben planen sie ein genau definiertes Zeitfenster ein. Timeboxing ist die Methode des modernen Zeitmanagements.

Damit am Ende nicht ausgerechnet das entscheidende Finale Ihrer Präsentation in allgemeiner Aufbruchstimmung untergeht, ist eine sorgfältige Planung und ein gründliches Zeitmanagement entscheidend. Üben Sie Ihren Vortrag im Vorfeld mit Freunden oder Verwandten und stoppen Sie die Zeit. Planen Sie lieber etwas Puffer ein und stellen Sie sich auch die Frage, auf welchen Teil Ihrer Präsentation Sie im Notfall verzichten könnten.

Auf das Ende Ihrer Präsentation inklusive Ihrer finalen Kernaussage sollten Sie und Ihr Publikum jedenfalls nicht verzichten müssen.


20. Abschluss der Präsentation: Ohne Fleiß kein Preis!

An dieser Stelle kehren wir wieder an unser Zitat vom Anfang zurück. Sie erinnern sich: „Nach einer Weile ging ich hinaus und verließ das Krankenhaus und ging im Regen ins Hotel zurück“. Es handelt sich hierbei um den letzten Satz aus Ernest Hemingways Roman „In einem andern Land“. Was hat das nun mit einer Präsentation oder gar mit ihrem Ende zu tun? Eigentlich nichts. Aber: Hemingway soll diesen einen letzten Satz ganze 39 mal abgeändert und umgeschrieben haben, bevor er sich schließlich mit ihm zufrieden gab. Er war sich der besonderen Bedeutung eines guten Schlusses also offensichtlich bewusst und war bereit, Zeit und Mühe zu investieren, um ihn einzigartig und passend zu machen. Tun Sie das auch! Es lohnt sich!

In diesem Sinne, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! ;-)