„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ heißt es bei Hermann Hesse. Zum Glück sprach er dabei von Lebensabschnitten und nicht von Präsentationen, denn dann wäre seine Aussage eine glatte Lüge. Dem Anfang der meisten Präsentationen wohnt leider alles andere als ein Zauber inne. Ganz im Gegenteil starten sie in der Regel mit einer floskelhaften Begrüßung und einer langweilig dahingemurmelten Vorstellung von Redner und Vortragsthema – beides ist natürlich gleichzeitig in Großbuchstaben auf der Startfolie zu lesen. Wenig überraschend und wenig originell. Wahrscheinlich geht es jetzt die ganze Zeit so weiter – und schon schaltet der Zuhörer ab. Ein ungünstiger Auftakt, der sich doch so leicht vermeiden lässt. Mit 15 einfachen Tipps zum Präsentationseinstieg erfahren Sie hier, wie der Einstieg in Ihren Vortrag besser gelingt!

Präsentation einleiten – Warum Sie es anders machen sollten

Auf den Inhalt kommt es an. Warum also all dieser Wirbel um Tricks, Ideen und Strategien für die ideale Präsentation? Und erst recht um den Präsentationseinstieg? Kurze Begrüßung, dann effizient die Formalitäten abhaken und den Fokus auf die wichtigen Fakten legen, darauf kommt es doch an, oder? Logisch betrachtet ja. Aber wer wirklich glaubt, das menschliche Verhalten sei primär nach Gesichtspunkten der Logik ausgerichtet, geht sehr naiv an die Sache heran.

Selbst wenn wir uns bemühen, uns in allem von unserem Verstand leiten zu lassen, übernehmen doch immer wieder andere Faktoren die Kontrolle. Unsere Instinkte, unsere Emotionen, unser Unterbewusstes – all das redet auch ein Wörtchen (oder mehr) mit und interessiert sich dabei nicht unbedingt für die Fakten. Wer die Aufmerksamkeit anderer gewinnen will, sollte das wissen und es sich geschickt zunutze machen.

Darum ist gerade der Einstieg in Ihre Präsentation so wichtig!

Noch bevor wir Informationen bewusst verarbeiten, werden sie von unserem Gehirn gefiltert und kategorisiert. Das nennt man selektive Wahrnehmung. Ohne dass wir bewusst darüber nachdenken, entscheidet unser Gehirn vorab schon mal in Bruchteilen von Sekunden, ob etwas bekannt oder unbekannt, wichtig oder unwichtig, interessant oder uninteressant ist. Das ist sehr nützlich. Denn würden wir sämtliche Reize und Informationen ständig bewusst wahrnehmen, würde uns das in den Wahnsinn treiben und handlungsunfähig machen. Aber es sorgt eben auch dafür, dass wir unsere Aufmerksamkeit nicht immer so steuern können, wie wir es vielleicht möchten. Diese sogenannte „Aufmerksamkeitsblindheit“ kann Ihnen gerade am Anfang Ihrer Präsentation zum Verhängnis werden, denn schon während Ihrer ersten Worte und dem Anblick Ihrer allerersten Folie entscheiden die Gehirne Ihrer Zuhörer, ob es sinnvoll ist, die volle Aufmerksamkeit jetzt auf Sie zu richten – oder eben nicht.

Wie soll er denn nun sein, der richtige Einstieg in die Präsentation?

Die bessere Fragestellung wäre hier vielleicht: Wie sollte der Einstieg in Ihre Präsentation ausfallen, damit er eben nicht im „Aufmerksamkeitsfilter“hängen bleibt? Die heruntergeleierte Einstiegsfolie ist für Ihre Zuschauer und deren Gehirne ein bekanntes Muster. Sie landen damit unweigerlich in der Schublade für die bereits bekannten langatmigen, langweiligen Standard-Präsentationen. Und genau da wollen Sie ja eigentlich nicht hin.

Ihr Ziel ist also, gleich mit den ersten wenigen Sätzen oder Aktionen am Anfang Ihrer Präsentation Aufmerksamkeit, Interesse, Neugier und idealerweise auch noch Emotionen zu wecken, indem Sie es einfach anders machen. Geben Sie den Menschen gute Gründe Ihnen zuzuhören. Fesseln Sie, werfen Sie Fragen auf, machen Sie Ihre Worte wichtig! Helfen können dabei diese Herangehensweisen:

1. Präsentation einleiten: Vorsicht vor der Floskel-Falle

Ähnlich wie die Standard-Startfolie wirkt auch die „Floskel-Falle“. Wenn Sie gleich zu Beginn (aber auch später in Ihrer Rede) ungeschickte Vortrags-Floskeln verwenden, werden Sie damit unweigerlich als ein „dröger“ Redner wahrgenommen. Langweilige, gekünstelte Kommunikation lässt auf eine ebensolche Rede schließen.

In einem weniger formellen Rahmen können Sie gleich ganz auf solches Geplänkel verzichten. Wo etwas formelle Kommunikation nötig erscheint, ist wenigstens eine individuelle Anpassung sinnvoll. Beispiele für die Floskel-Falle sind Formulierungen wie diese:

Unpersönliche Anrede: Als „liebe Anwesende“ oder „liebes Publikum“ angesprochen zu werden, stellt keine Verbindung zu den Zuhörern her. Sprechen Sie die Menschen am besten individuell als das an, was sie sind: Mitarbeiter:innen, Kolleg:innen, Interessent:innen an meinem Thema XY.

Sinnlose Worthülsen: Ein Dank für das zahlreiche Erscheinen oder ein Hinweis, dass man die Ehre hat heute vortragen zu dürfen, sind nett gemeint, werden aber als bloßes Gerede wahrgenommen. Besser ist auch hier ein persönlicherer Einschlag: „Es ist schön, Sie alle hier heute begrüßen zu können.“Entschuldigungen und Einschränkungen: Die Dinge vorab schon schlecht zu machen, lenkt den Fokus auf Unzulänglichkeiten, die sonst vielleicht nie offensichtlich geworden wären. Obendrein erscheinen Sie damit nicht gerade als überzeugter, selbstbewusster Redner. Verzichten Sie also auf Aussagen wie: „Zunächst muss ich mich für meine, auf die Schnelle improvisierte, Präsentation entschuldigen.“ oder „Ich bin leider kein sehr unterhaltsamer Redner.“

2. PowerPoint-Präsentation starten und dabei Formalia geschickt integrieren

Ein 0815-Start mit Thema und Redner auf der Startfolie und einer entsprechenden Vorstellung Ihrerseits sind ungünstig für den Anfang Ihrer Präsentation, so viel dürfte bereits klar geworden sein. Der Präsentationseinstieg muss also irgendwie anders ausfallen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die in den folgenden Tipps vorgestellt werden. Und je nachdem, wie Ihr persönlicher Präsentationseinstieg dann ausfällt, können oder müssen Sie natürlich auch eine passende Startfolie nutzen.

Was aber ist mit den Informationen, die dann eben nicht mehr zu Beginn präsentiert werden: Vortragsthema und Redner? In einigen Kontexten wäre es sicherlich kein Beinbruch, ganz darauf zu verzichten. Wer besucht eine Vortragsveranstaltung, ohne das Vortragsthema zu kennen? Oder warum sollten Sie sich den Arbeitskollegen vorstellen, die Sie jeden Tag sehen? Aber das ist natürlich nicht immer so. In vielen Vortragssituationen ist es sinnvoll und nötig, sich und das behandelte Themengebiet noch einmal vorzustellen. Manchmal (beispielsweise im akademischen Bereich) sind solche Formalia sogar gefordert. Irgendwo müssen sie also untergebracht werden.

Eine sinnvolle Lösung ist es in solchen Fällen, die formellen Informationen zum zweiten Schritt zu machen. Nach einem knackigen Einstieg folgen flüssig übergeleitet die Formalia: „Über genau diese Problematik möchte ich heute in meinem Beitrag zum Thema XY sprechen.“ Die entsprechenden Fakten können dabei auf einer PowerPoint-Folie im Hintergrund zu sehen sein, ohne allerdings einfach abgelesen zu werden.

3. Präsentation einleiten im Dialog-Stil

Nichts aktiviert Menschen mehr, als selbst an etwas beteiligt zu sein. Angesprochen zu werden, nach unserer Meinung gefragt zu werden, Teil von etwas zu sein – das ist etwas, dem wir unsere Aufmerksamkeit nicht entziehen können. Warum also nicht gleich hier ansetzen, um mit der Einleitung Ihrer Präsentation das Publikum „einzufangen“?

Das geht mit einer Frage oder kurzen Umfrage, einer Schätzfrage oder auch einer Art Brainstorming, um auf das Themengebiet einzustimmen („Was fällt Ihnen so zum heutigen Thema XY ein?“).
Ein solcher interaktiver Start sollte eher locker gestaltet sein und nicht nach Wissensabfrage oder Prüfung klingen. Es reicht, wenn sich ein guter Ansatz bietet, von dem aus Sie bequem überleiten können. Sie können beispielsweise nach einem Problem fragen, das vermutlich viele oder alle Anwesenden kennen und für das Ihr Vortrag die Lösung bietet. Das macht das, was sie sagen werden, gleich besonders relevant.

Je nach Vortragsthema kann es sich auch anbieten, sich nach bestehenden Problemen oder offenen Fragen zu erkundigen, die Sie dann idealerweise im Laufe der Veranstaltung klären können. Dazu sollten Sie sich Ihrer Sache aber möglichst sicher sein, um flexibel auf mögliche Fragestellungen eingehen zu können. Weitere Informationen zu dieser Art des Präsentierens finden Sie hier.

4. Einstieg in Präsentation mit Aussage

Sie können Ihre Einleitung mit einer Behauptung, einem Versprechen, einem Fakt oder einem Zitat gestalten. Im Vortragsverlauf nehmen Sie dann immer wieder Bezug darauf, indem Sie es belegen, relativieren oder auch widerlegen.

Ihre Einstiegsthese darf, damit sie eine gute Wirkung entfaltet, ruhig einigermaßen provokant und „catchy“ sein. Denn selbst – und eigentlich gerade – wenn Ihre Zuhörer denken „Wie kann dieser Typ so etwas behaupten?“ werden sie Ihnen aufmerksam zuhören. Jetzt wollen die Leute ja wissen, wie Sie zu Ihrer Behauptung kommen und ob Sie vielleicht doch recht haben.

Die Kernaussage kann ebenfalls gleich am Anfang verwendet werden. Dafür sollte sie natürlich so formuliert sein, dass sie auch genug Interesse weckt.

5. Aktuellen oder historischen Bezug für den Einstieg in Ihre Präsentation nutzen

Bei den Vorbereitungen einen Blick auf die aktuellen Schlagzeilen und Artikel in der Presse, die neuesten Bekanntmachungen des Unternehmens oder sonstige aktuelle Besonderheiten zu werfen, kann sich lohnen. Aktuelle, besondere Themen besitzen eine Relevanz, die Sie sich zunutze machen können. Wenn sich dabei ein Bezug zu Ihrem Thema herstellen lässt, bekommen Sie die Einleitung Ihrer Präsentation quasi „frei Haus“ geliefert.

Ein solcher Präsentationsstart könnte sich in etwa so anhören: „Vielleicht haben Sie es mitbekommen, gestern ging eine aktuelle Studie zum Stand der Digitalisierung in Deutschland durch die Nachrichten. Wir hinken da offensichtlich ganz schön hinterher. Genau darüber möchte ich mit Ihnen reden…“. Ergänzend können Sie auf der Startfolie die entsprechende Schlagzeile oder den Artikel zitieren.
Hier finden Sie ein Beispiel, in dem eine Werbebeilage geschickt zur Vortragseinleitung genutzt wird.
Ein aktueller beruflicher Bezug kann, entsprechend genutzt, bei Präsentationen im Job ebenfalls passend sein: „Heute morgen kam der neue Geschäftsbericht raus. Vielleicht konnten Sie schon einen Blick hinein werfen. Mein heutiger Vortrag passt sehr gut zu den neuesten Zahlen.“

Auf ganz ähnliche Weise lassen sich als Variante auch historische Bezüge nutzen. Sie eignen sich besonders gut, um zu zeigen, dass etwas schon sehr lange bekannt oder relevant ist.

6. Präsentationseinstieg mit Medienunterstützung

Seien wir ehrlich, Menschen möchten unterhalten werden. Das nur mit Worten zu schaffen, ist natürlich mit etwas Geschick durchaus möglich. Aber ein wenig Unterstützung durch Medieneinsatz macht die Sache leichter. Bilder, Videos oder Musik sind nun mal meist fesselnder als bloße Worte. Als „Starthilfe“ eignen sie sich gut, weil sie erst einmal Aufmerksamkeit garantieren und vielfältige Möglichkeiten bieten, die Zuhörer auf die Thematik einzustimmen.

Das gewählte Medium kann provokant, witzig, bewegend oder irritierend sein. Hauptsache es sorgt für Interesse und bietet die Möglichkeit für eine geschickte Überleitung in Ihr Präsentationsthema.

7. Persönlicher Einstieg

Sich bei Vorträgen nicht nur als nüchterner Redner, sondern auch als Mensch zu präsentieren, ist grundsätzlich vorteilhaft. Es erzeugt ein Vertrautheitsgefühl, kann für Emotionen sorgen und generiert damit ganz natürlich Sympathien.

Besonders effektvoll kann es sein, gleich zum Einstieg in Ihre Präsentation mit persönlichen Worten, statt mit Fakten zu arbeiten. Berichten Sie doch einfach von einer persönlichen Erfahrung, die Sie mit Ihrem Themengebiet gemacht haben oder erzählen Sie eine kleine passende Anekdote.

Ist Ihre Erzählung geschickt gewählt, kann das sogar noch mehr Pluspunkte für Sie als Referenten bringen. Sie machen damit nicht nur ein trockenes Thema greifbarer und lebendiger, sondern können sich ganz nebenbei auch gleich als Experte positionieren, Ihre Motivation darlegen oder Beispiele für die Relevanz Ihrer Thematik liefern.

Vielleicht können Sie Ihre kleine Geschichte im Vortragsverlauf ja sogar immer wieder aufgreifen, um lebendige Zusammenhänge zu kreieren, wie in diesem kurzweiligen Beispiel.

8. Einstieg in Präsentation mit Witz

Diese Methode ist sicherlich nicht für alle Themen geeignet und muss auch zu Ihnen als Redner passen. Auch ein noch so passender Witz wirkt gekünstelt und aufgesetzt, wenn Sie sich in der Rolle des Witzboldes unwohl fühlen. Dennoch kann ein Einstieg mit Humor gute Effekte erzielen. Er weckt positive Emotionen und lockert die Atmosphäre.

Hier geht es übrigens weniger darum, einen wirklich guten Schenkelklopfer zu präsentieren, sondern mehr um die Signalwirkung. Wichtig ist, zu signalisieren, dass diese Veranstaltung nicht staubtrocken wird und es sich lohnen kann, dabei zu bleiben. Es ist also gar nicht nötig, dass gleich alle in schallendes Gelächter ausbrechen – es sei denn, Sie tragen ausgerechnet in einer Comedy-Show vor.

9. Präsentation einleiten mit Überraschung

Überraschende Fakten oder Aktionen können ebenfalls genutzt werden, um gleich zu Beginn Erstaunen auszulösen und damit Interesse zu wecken. Wählen Sie eine erstaunliche, aufrüttelnde Zahl oder Statistik oder einen kaum bekannten Fakt zu Ihrem Vortragsthema aus. Das muss nicht unbedingt bitterer Ernst sein, sondern darf auch etwas spielerisch gestaltet werden. Wussten Sie zum Beispiel, dass das das Gehirn überflüssige Sachen ausblendet, wie z.B. das zweite „das“ im Satz?

Auch indem Sie etwas bestimmtes tun, Gesten nutzen und vielleicht kleine Requisiten einbringen, können Sie, (wie hier) mit einem Überraschungseffekt Ihre Präsentation einleiten. Was Sie tun, kann unerwartet, witzig oder auch nachdenklich sein, Hauptsache es gibt Ihnen Gelegenheit für eine originelle Überleitung. Ob Pantomime, singen oder auf der Bühne essen – hier sind Ihre Fantasie und Kreativität gefragt.

10. Die eingerahmte Präsentation

Es ist nie verkehrt, bereits am Anfang Ihrer Präsentation das mindestens genauso wichtige Ende und damit Ihr Ziel im Blick zu haben. Besonders geschickt kann es sein, von vornherein beides miteinander zu verknüpfen, um eine „runde Sache“ daraus zu machen. Dazu bieten sich folgende Herangehensweisen an:

These: Eine These oder Frage wird zum Start eingebracht und abschließend wieder betrachtet. Wurde sie belegt bzw. beantwortet?

Umfrage: Sie können zu Beginn und am Ende per Handzeichen über die gleiche Frage abstimmen lassen („Können Sie sich vorstellen, dass jeder von Ihnen ganz einfach XY werden kann?“) Im Idealfall zeigt sich dabei, dass Sie die Leute überzeugen konnten. (Wenn nicht, wissen Sie wenigstens, dass Sie noch an Ihrem Vortrag arbeiten müssen.)

Zitat oder Redewendung: Starten und enden Sie mit den gleichen Worten. Im Präsentationsverlauf sollte deren Bedeutung unterstrichen worden sein.

Mehr Infos zur Bedeutung des Präsentationsendes und wie Sie auch das effektvoll gestalten können, finden Sie im Beitrag „Weil nicht nur der erste Eindruck entscheidet: 17 Tipps und Ideen für ein erfolgreiches Präsentationsende“.

11. Präsentation einleiten mit persönlicher Note

Für Viel-Redner oder Redner mit einer gewissen Bekanntheit kann eine bestimmte Herangehensweise als Markenzeichen jeder Rede eine Überlegung wert sein. Oft wird dafür das Ende einer Präsentation gewählt, beispielsweise in Form einer bestimmten, persönlichen Verabschiedungsformel. Aber auch der Einstieg kann personalisiert werden. Dieses Mittel nutzte beispielsweise gern Vera F. Birkenbihl. Die Autorin, Motivations- und Managementtrainerin war für ihre legendäre Art vorzutragen bekannt – und das noch bevor interessante Vorträge wirklich gefragt waren. Den Einstieg bildete bei ihr meist ein kleines „Quiz“, das dann im weiteren Verlauf immer wieder aufgegriffen wurde. Hier finden Sie ein schönes und unterhaltsames Beispiel dafür, in dem Sie auch noch einige andere der hier genannten Tipps entdecken können.

12. Eine Demonstration für sich sprechen lassen

Statt mit einer Begrüßung zu beginnen, lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihres Publikums mit einer Demonstration auf sich. Nehmen wir einmal an, dass Sie gerade an einem neuen Sprachassistenten arbeiten und diesen nun vorstellen. Warum geben Sie den Anwesenden nicht eine kleine Kostprobe von dem, was der Sprachassistent kann? Nutzen Sie das Produkt, das Sie vorstellen, aktiv, um eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis herzustellen. Ein solcher Einstieg ermöglicht es dem Publikum sofort ein genaues Bild des Präsentationsthemas zu erhalten. Auch wenn sich nicht alle Produkte so vorstellen lassen, überlegen Sie dennoch, wie Sie den Inhalt der Präsentation demonstrieren können.

13. Das Fazit kommt am Anfang

Wir alle wissen, dass das Fazit ans Ende einer Präsentation gehört. Wieso leiten Sie Ihre Präsentation aber nicht einmal mit dem Ergebnis ein? So können Sie ausführlich darstellen, wie Sie zu diesem Ergebnis gekommen sind und packen die Aufmerksamkeit des Publikums. Das kann zu einer spannenden Situation führen. Seien Sie sich dennoch bewusst, dass einige Ihrer Zuhörer:innen nach diesem Einstieg womöglich kein großes Interesse mehr an der Hinführung haben werden. Bekanntlich ist ja aber der Weg das Ziel.

14. Ideen kreativ kombinieren

Natürlich sind Sie bei der Einleitung Ihrer Präsentation nicht auf nur eine Variante begrenzt. Sie können die genannten Einstiegsideen auch passend kombinieren. Zeigen Sie ein Bild und erklären Sie in persönlichen Worten, welche Bedeutung es für Sie hat. Wählen Sie einen aktuellen Bezug und kombinieren Sie ihn mit einem historischen. Oder ergänzen Sie eine persönliche Erfahrung mit den Fakten aus einer aktuellen Studie. Hier können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
Zu unübersichtlich und überfrachtet sollte der Anfang Ihrer Präsentation aber nicht ausfallen, denn Ihr eigentlicher Inhalt kommt ja erst noch.

15. Das Drumherum nicht vernachlässigen

Die besten rhetorischen Kniffe und die geschicktesten Bezüge können ihre Wirkung nicht optimal entfalten, wenn die Umstände nicht stimmen. Damit ist vor allem Ihr persönliches Auftreten gemeint. Gerade in den ersten Momenten machen sich die Leute ein Bild von Ihnen. Und auch der beste Präsentationseinstieg kann seine Wirkung verfehlen, wenn der Redner ihn mit dem Rücken zum Publikum von der Folie abliest. Die eigene Körpersprache im Griff zu haben und Blickkontakt zum Publikum zu suchen ist deshalb, gerade wenn Sie in Ihre PowerPoint-Präsentation starten, besonders wichtig.

„Leicht gesagt!“ werden Sie jetzt vielleicht denken. Und Sie haben damit recht, denn gerade in den ersten Momenten sind viele Redner verständlicherweise noch nicht in der Situation angekommen und agieren nervös und fahrig.

Dagegen gibt es leider kein Patentrezept. Aber: Gute Vorbereitung hilft! Lernen Sie Ihre ersten Sätze, falls nötig, auswendig und üben Sie intensiv zu Hause vor dem Spiegel oder vor einer Kamera. Besser Sie kommen sich dort lächerlich vor als später vor Ihrer Zuhörerschaft!

Ein kleiner Zusatztipp: Falls Zeit und Umstände es zulassen, können Sie vorab, während das Publikum sich langsam sammelt, etwas informellen Smalltalk mit den bereits Anwesenden führen. Das nimmt die Einstiegsnervosität und wirkt obendrein noch sympathisch.

Ein guter Start macht auch den Rest des Weges leichter

Sie sehen, die Möglichkeiten Ihre Präsentation kreativ und abseits vom formellen Standard zu beginnen, sind zahlreich. Sie sind nicht nur für Ihren Erfolg und Ihre Zuhörerschaft besser, sondern werden auch Ihnen mehr Freude machen. Wenn Sie eine solche Herangehensweise ausprobieren, werden Sie schnell feststellen, dass das Halten von Vorträgen nicht nur Arbeit, sondern auch Freude machen kann. Es ist einfach ein großer Unterschied, ob Sie einem von vornherein gelangweilten Publikum die üblichen Einstiegsformalitäten vorlesen oder ob Sie eine spannende Anekdote berichten und dabei in neugierige Gesichter blicken. Es bleibt also nur noch Ihnen viel Spaß und Erfolg dabei zu wünschen, den „Zauber“ in Ihren persönlichen Anfang zu bringen!